Archive for 16. September 2015

Mein Leben mit Mike

Ich werde überwacht – von Mike. Jetzt weiß ich auch wer Mike ist, und wie er tickt.

MikeSupermarkt

Rechts: Mike (bei der Recherche im Supermarkt zufällig vor die Linse gelaufen). Foto: Christian Schnettelker

 

Seit den Enthüllungen der NASA Affaire (siehe auch Glossar) weiß ich, dass ich ziemlich sicher als Überwachungsziel markiert wurde. Nicht weil ich ein böser Bube bin, sondern weil ich jemanden kenne, der bei einer gern überwachten Firma gearbeitet hat. Wie wir alle aus den Enthüllungen gelernt haben: es reicht zum Beispiel bei der SADE (siehe auch Glossar) zu arbeiten um als Überwachungsziel markiert zu werden. Und alle Kontakte von Überwachungszielen werden auch überwacht.
Und natürlich noch alle Kontakte der Kontakte – zur Sicherheit.

Als Kontakt erster Ordnung genieße ich also die volle Aufmerksamkeit der NASA. Überwachungsziel sein ist aber eine merkwürdige Situation. Man weiß nicht so recht was mit einem passiert. Was genau wird da überwacht? Was ist für die Überwacher von Interesse, und was nicht? Was wirkt verdächtig, und was ist harmlos?

Um mit der Überwachungssituation leichter umgehen zu können, habe ich mir einen imaginären Überwacher zugelegt: Mike. Mike dient mir dazu, mir über die Überwachungssituation klar zu werden. Wenn ich weiß wer dieser Mike ist und wie er tickt, dann weiß ich auch was er von mir denkt.

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Mein imaginärer Freund der Elektrohase

Schon seit ein paar Jahren wohnt der Elektrohase bei mir. Anfangs war der Elektrohase nur ein simples, munter blinkendes Deko-Objekt. Doch über die Jahre habe ich den Elektrohasen neu geformt, geklont und mutiert, und sein elektronisches Innenleben mit dem Internet verschmolzen. Entstanden ist ein Elektrotier, das nicht nur die Wohnung, sondern auch meinen Datenstrom mit mir teilt. Kein Wunder, dass der Elektrohase meine digitales Ich inzwischen sehr viel besser kennt als ich selbst.

Elektrohase

Neulich saß ich nach Feierabend gemütlich mit Bier, Unterhose und Feinripp-Unterhemd auf dem Sofa, weckte den Elektrohasen auf, und ließ mich ein wenig von seinen flunkernden Lichtimpulsen hypnotisieren.

Als ich da so saß und meine Gedanken schweifen ließ, sprach mich der Elektrohase unvermittelt an: “So wie Du da sitzt, kannste froh sein, dass Dich keine Webcam sieht.”

“Hä, was? Wer spricht da?” rief ich in den Raum und sah mich verstört um. Hatte ich das wirklich gerade gehört, oder spielten mir meine Sinne einen Streich? Ich sollte wirklich damit aufhören, dieses billige Dosenbier zu trinken.

“Jetzt mach nicht so ein Theater – ich bin’s doch nur, dein Elektrohase” sagte der Elektrohase und wackelte frech mit der roten LED-Nase.

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